Essenzielle

Eigenschaften

Das MOVE Competency Model definiert die Haltungen, Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften, die für eine bedürfnisfokussierte Führung in Projekten essenziell sind.

Es gliedert diese in drei miteinander verbundene Kategorien: System- und umsetzungsbezogene Kompetenzen, Beziehungskompetenzen sowie Kompetenzen der Selbstführung & inneren Klarheit..

Jede einzelne Kompetenz setzt einen eigenen Schwerpunkt, doch erst ihr Zusammenspiel ermöglicht einen Führungsstil, der operative Exzellenz mit einer konsequent menschenzentrierten Haltung verbindet.

System- und Umsetzungskompetenzen

Diese Kompetenzen richten die Projektausführung an der übergeordneten Organisationsstrategie aus und berücksichtigen zugleich die menschlichen Dynamiken, die Leistung und Zusammenarbeit beeinflussen.

  • Nutzt ganzheitliches, systemisches Denken, um Ursachen zu identifizieren, Widerstände frühzeitig zu antizipieren und wirksame Lösungen zu gestalten.

    Es bringt operative Anforderungen und relationale Bedürfnisse in ein ausgewogenes Verhältnis und integriert dabei Kreativität, Anpassungsfähigkeit sowie strategische Ausrichtung.

  • Richtet die Teamarbeit an sinnstiftenden Zielen aus und fördert Innovation, Verantwortungsübernahme sowie langfristige Partnerschaften.

    Sie unterstützt kontinuierliches Lernen und eine ethisch fundierte Entscheidungsfindung.

  • Übersetzt identifizierte Bedürfnisse in strukturierte, umsetzbare Maßnahmen.

    Fördert Klarheit, Rollenkongruenz und wirksame Delegation – und stellt zugleich nachhaltige Ergebnisse sicher.

Beziehungskompetenzen

Diese Kompetenzen konzentrieren sich auf den Aufbau von Vertrauen, die Förderung von Zusammenarbeit und die Aufrechterhaltung eines gesunden Teamklimas.

  • Stellt individuelle Bedürfnisse in den Mittelpunkt, ohne die Projektziele aus dem Blick zu verlieren.

    Fördert Autonomie, psychologische Sicherheit und persönliche Entwicklung durch Coaching, Anerkennung und gezielte Unterstützung.

  • Bringt eigene Bedürfnisse und Grenzen klar und respektvoll zum Ausdruck und nutzt dabei Konzepte wie die Gewaltfreie Kommunikation (GFK), um einen konstruktiven Dialog aufrechtzuerhalten.

    Verbindet Mut mit Empathie.

  • Schafft ein Umfeld psychologischer Sicherheit, das wechselseitige Kommunikation, Humor und gemeinsames Lernen fördert.

    Setzt Mediations- und Moderationskompetenzen ein, um Vertrauen nachhaltig zu stärken.

  • Hört aktiv und wertfrei zu, um die Perspektiven anderer vollständig zu verstehen.

    Erkennt emotionale Signale präzise und reagiert mit authentischer Empathie.

Selbstführung & innere Klarheit

Diese Kompetenzen bilden die Grundlage für die Fähigkeit einer Führungskraft, auch in komplexen Situationen geerdet, fair und wirksam zu bleiben.

  • Nutzt Selbstwahrnehmung, Achtsamkeit und Reflexion, um in emotional aufgeladenen Situationen neutral zu bleiben.

    Erkennt emotionale Ansteckungseffekte und wahrt gesunde Grenzen.

  • Bewahrt unter Stress Ruhe und Handlungsfähigkeit, zeigt Resilienz und fördert ein Bewusstsein für mentale Gesundheit im Team.

    Verbindet Optimismus mit Realismus und setzt Humor konstruktiv ein.

  • Sichert Fairness, Objektivität und Inklusion in Entscheidungsprozessen.

    Geht transparent mit eigenen Biases um und berücksichtigt kulturelle, generationelle sowie neurodiverse Perspektiven.

Prioritäten und Entwicklung

In der MOVE-Forschung wurden neun der zehn Kompetenzelemente von Projektbeteiligten hinsichtlich ihrer wahrgenommenen Bedeutung für bedürfnisfokussierte Führung bewertet und priorisiert:

  1. Serviceorientierte Führung

  2. Unparteiisches Denken

  3. Systemisches Problemlösen

  4. Klare Wege zum Handeln schaffen

  5. Erkennen & Regulieren eigener Trigger

  6. Selbstbewusste Klarheit (Assertivität)

  7. Offenen Dialog & Feedback fördern

  8. Emotionale Ausgeglichenheit

  9. Aufmerksames & empathisches Zuhören

In der praktischen Anwendung sind alle Kompetenzen von Bedeutung. Die Priorisierung dient vielmehr dazu, eine gezielte Entwicklung zu unterstützen, zwischen eher stabilen Eigenschaften (die häufig schwerer zu entwickeln und daher insbesondere für die Personalauswahl relevant sind) und stärker trainierbaren Fähigkeiten zu unterscheiden sowie Ressourcen in der Führungskräfteentwicklung effizient einzusetzen.