Vertrauen ist das Fundament bedürfnisfokussierter Führung.

Es entwickelt sich schrittweise durch Authentizität, Transparenz, Verlässlichkeit und die konsequente Übereinstimmung von Worten und Handlungen – und sobald es etabliert ist, stärkt es psychologische Sicherheit, Offenheit und Zusammenarbeit.

Da Vertrauen von Natur aus fragil ist, können selbst kleinere Integritätsverletzungen es rasch untergraben. Vertrauen aufrechtzuerhalten erfordert daher kontinuierliches und bewusstes Handeln.

Vertrauen und psychologische Sicherheit

Sowohl die qualitativen Interviews als auch die Literaturauswertung haben durchgängig die enge Verbindung zwischen Vertrauen und psychologischer Sicherheit hervorgehoben.

Im MOVE-Ansatz bilden sie grundlegende Prinzipien – verankert in Praktiken wie emotionalem Frontloading, Konfliktmediation sowie in Kompetenzen wie:

  • Offenen Dialog & Feedback fördern

  • Aufmerksames & empathisches Zuhören

  • Serviceorientierte Führung

  • Visionäre & wachstumsorientierte Führung

Vertrauen fungiert dabei als „Klebstoff“, der die menschenzentrierten Verhaltensweisen des Prozessmodells mit den proaktiven Führungsrollen des Kompetenzmodells verbindet.

Entwicklung des MOVE-Vertrauensmodells

Das MOVE-Vertrauensmodell wurde entwickelt durch:

  • Die Extraktion vertrauensbezogener Aussagen aus den Interview-Transkripten

  • Die thematische Bündelung dieser Aussagen in Kategorien

  • Die Validierung dieser Kategorien anhand etablierter Vertrauensforschung

  • Die gezielte Fokussierung auf aktive Einflussfaktoren – also Haltungen und Verhaltensweisen, die Führungskräfte unmittelbar steuern können – statt auf passive Ergebnisgrößen

Das Ergebnis ist ein praxisorientiertes, handlungsleitendes Vertrauens-Framework mit drei voneinander abhängigen Komponenten.

Der MOVE Trust Tripod

Der MOVE Trust Tripod beschreibt drei miteinander verbundene Verhaltensdimensionen – Offenheit, Zuverlässigkeit und Guter Glaube –, die bei konsequenter Anwendung das Fundament für psychologische Sicherheit, Zusammenarbeit und nachhaltiges Vertrauen in Projektteams bilden.

1. Offenheit in der Kommunikation fördern

  • Transparenz und Direktheit fördern – auch bei schwierigen Themen

  • Wertfrei zuhören und unterschiedliche Perspektiven aktiv einladen

  • Entscheidungsgrundlagen offenlegen, um Verständnis zu schaffen und Unsicherheit zu reduzieren

  • Eigene emotionale Offenheit vorleben, um Authentizität im Team zu stärken

2. Zuverlässigkeit und Integrität sicherstellen

  • Zusagen einhalten und konsequent nachverfolgen

  • Strukturelle und verhaltensbezogene Verlässlichkeit demonstrieren

  • Fehler konstruktiv ansprechen und Verantwortung übernehmen

  • Handlungen mit den kommunizierten Werten in Einklang bringen, um Glaubwürdigkeit zu wahren

3. Guten Glauben leben

  • Vertrauen proaktiv schenken, statt darauf zu warten, dass es „verdient“ wird

  • Eine positive, nicht-zynische Grundhaltung gegenüber Kolleginnen und Kollegen bewahren

  • Aufrichtiges Interesse am Wohlbefinden und Erfolg der Teammitglieder zeigen

  • Gemeinsame Erfahrungen initiieren, die Beziehungen stärken

Durch die bewusste Anwendung dieser drei Komponenten entsteht eine sich selbst verstärkende Dynamik: Vertrauen schafft psychologische Sicherheit. Psychologische Sicherheit ermöglicht Offenheit. Offenheit vertieft wiederum das Vertrauen.